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Bluesnight mit Raphael Wressnig und Enrico Crivellaro

Wir hatten ordentlich Werbung gemacht (Plakate und Flyer), wir hatten Freunde und Bekannte per eMail informiert und in Facebook zum Event eingeladen, es war viel Mundpropaganda gelaufen - eigentlich gute Voraussetzungen für ein ausverkauftes (Gast-)Haus. Was bei den exquisiten Musikern Silvio Berger, Raphael Wressnig und Enrico Crivellaro eigentlich kein Frage sein dürfte.

Samstag, am frühen Nachmittag, ging's mit dem ganzen Equipment nach Natternbach zum Gasthaus Lindner / Pappas. Ziemlich zeitgleich trafen Wolfgang, Silvio, Enrico und Raphael ein, und wir legten gleich mit dem Aufbau der Anlage los. Das Gymnasium Dachsberg hatte uns dankenswerterweise die ausgezeichneten db Opera 405 Aktivlautsprecher zur Verfügung gestellt - die brauchten wir dann auch, wie sich später herausstellte, denn meine kleinen JBL EON haben nicht die nötigen Reserven.

Gemeinsame Probe hatte es ja bislang keine gegeben, der Soundcheck war also die (einzige) Probe, und es lief, wie schon von früher gewohnt, perfekt. Silvio Berger war extrem gut vorbereitet (ein Profi halt), Raphael und Enrico kannten die Songs sowieso, und Wolfgang, Lara und ich hatten ebenfalls unsere Hausaufgaben gemacht. Ein paar kleine Sachen wie Breaks oder Schlüsse mussten wir noch diskutieren, aber im Großen und Ganzen war's eine "g'mahde Wies'n".

Soundcheck zur Bluesnight im GH Lindner, Natterbach

Wir lagen auch bestens in der Zeit, sodass wir noch die Möglichkeit hatten, in aller Ruhe gemeinsam zu essen und die hervorragende mexikanische Küche des GH Lindner / Pappas zu genießen.

Georg Jantscher, ein hervorragender Gitarrist aus der Steiermark, begann kurz vor 21 Uhr mit einem Akustikprogramm - er hatte auf seiner Yamaha-Silentguitar einen sehr schönen, natürlichen Sound und spielte äußerst interessant akustische Stücke zum Teil aus eigener Feder.

Anschließend gab es da Raphael Wressnig Organ Trio, mit Enrico Crivellaro an der Gitarre und Silvio Berger an den Drums. Sehr kurzweilig, mit Raphael als witzigen Showman, der sogar die Hammondorgel erklomm (während diese "alleine" weiterspielte).

Unser Set begann dann relativ spät, kurz vor 23 Uhr. Die hohe Lautstärke von Gitarre und Hammond-Orgel war etwas problematisch, wir kamen mit den Stimmen (trotz der stärkeren Anlage) fast nicht durch, aber generell lief alles sehr gut. Lara sang hervorragend, sowohl die Solo-Sachen als auch im Duett mit mir, und ich war eigentlich auch ganz zufrieden mit dem Auftritt. Persönliche Highlights waren "Going Back to Louisiana" und "Who's Gonna Help Brother Get Further" - und auch die Zugabe "Love The One You're With" kam sehr überzeugend.



Leider war der Veranstaltungsraum nicht ganz voll geworden - etwa 20 bis 30 Zuschauer hätten wir noch gebraucht. Von all den persönlich und via elektronischer Medien eingeladenen Personen war kaum jemand gekommen. Vor allem Laras Schulkollegen hatten völlig ausgelassen, und die ganzen Hobbygitarristen, die sich das eigentlich ansehen hätten sollen, hatten durch Abwesenheit geglänzt.

Ich kann ganz gut damit leben - Musik machen in Österreich ist ein hartes Brot. Es ist jedoch schon traurig, wenn jemandem für sein Engagement und seinen persönlichen Einsatz so wenig Anerkennung entgegengebracht wird. Damit meine ich alle Beteiligten: Wolfgang im Bezug auf Organisation des Abends (und zusätzlich 15 Songs hervorragend am Bass zu spielen, ist auch keine Kleinigkeit!), Lara im Bezug auf die überzeugende Vokalperformance (mitten während ihrer Matura!), und natürlich denke ich dabei auch an die international renommierten Musiker Raphael Wressnig, Enrico Crivellaro und Silvio Berger, die bereits mit den wichtigsten Künstlern im Bluesbereich musiziert haben und die sich auch etwas mehr Publikum verdient hätten.

Nichtsdestotrotz: Großen DANK an all jene, die erschienen sind und uns unterstützt haben!

Uns bleibt die Erinnerung an einen hervorragenden Abend und das Wissen, dass sich Qualität sowieso über kurz oder lang durchsetzen wird.

14.6.09 14:43

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